Zusammenschau großer Trends

Zusammenschau großer Trends, (c) GEFA

 

Zusammenschau großer Trends seit 1945

Nach Ende des 2. Weltkrieges ging es in den Verliererstaaten zunächst ums reine Überleben. Erst nachfolgend wurde mit dem Wiederaufbau – nicht immer auf demokratischer Basis – begonnen.

Insbesondere der aus politischen Gründen entwickelte Marshall Plan beschleunigte in Teilen Europas die Entwicklung demokratischer Industriestaaten. In Zentral- und (Süd)Osteuropa entstanden hingegen Wirtschaftssysteme auf Basis einer kommunistischen bzw. sozialistischen Gesellschaftsordnung. Der Weg in die Wissensgesellschaft führte zum Zusammenbruch des kommunistischen Systems. Es entstanden in der Folge demokratische Systeme in den Nachfolgestaaten, die heute teilweise noch (oder bereits wieder) Defekte aufweisen.

Ausreichendes exponentielles Wirtschaftswachstum teilweise bis Ende der 1990er Jahre erlaubte es allen entwickelten Industriestaaten, ihre Marktpräsenz zu erweitern (z.B. Deutschland als Exportweltmacht). Trotz intensiver Nutzung neuer Technologien und der damit ausgelösten Arbeitsplatzminimierenden Prozessautomation konnten genügend neue Arbeitsplätze in neuen Bereichen generiert werden.

Mit dem vollen Wirksamwerden der Globalisierung (und der digitalen Gesellschaft) haben sich jedoch Änderungen ergeben, die das bisherige exponentielle Wachstum der traditionellen Industrieländer  in Frage stellen

Änderung 1 –  die Auswirkungen einer globalisierten Welt auf die nationalen Wirtschaftsräume

Mit diversen Handelsverträgen wie CETA, TTIP, usw. wird der Versuch unternommen, einen globalen freien Markt zu schaffen. Allerdings wird hier nicht beachtet, dass es sich bei fast allen diesen Märkten um Länder mit teilweise völlig unterschiedlichen Strukturen  handelt. Dies beginnt beim Normungswesen,  geht über die sozialen Standards und Lohnkosten und endet bei der Gesetzgebung.

Die ursprüngliche Hoffnung der entwickelten Industrieländer, insbesondere der großen multinationalen Konzerne, mit der Globalisierung der Märkte mehr Wertschöpfung zu generieren, ist aus diversen Gründen langfristig nicht realisierbar. Insbesondere Schwellen-und Entwicklungsländer bemühen sich zunehmend, Arbeitsplätze und eine damit verbundene Wertschöpfung im eigenen Land zu generieren. Kennzeichen dieser Entwicklung ist der Trend, bei Importen einen zunehmend hohen inländischen Wertschöpfungsanteil zu fordern.

Es zeigt sich deutlich, dass mit der Globalisierung zusätzliche Wettbewerber auftreten, und dass sehr oft vergessen wird, dass auch der globale Markt – was seine Kaufkraft betrifft – völlig unterschiedlich und auch limitiert ist.

Änderung 2 – Die soziale und wirtschaftliche  Entwicklung im Bereich der Entwicklungs- und Schwellenländer

In vielen Bereichen wachsen bereits die Qualitätsstandards der in diesen Ländern produzierten Produkte, und es werden auch Löhne bezahlt, die in diesen Ländern (relativ bewertet) ein besseres Überleben ermöglichen als in der Vergangenheit. Ebenso ist zu beachten, dass bspw. Indien zunehmend Maßnahmen im Bereich der Förderung von Selbstständigen setzt, die de facto zum Ziel haben, den in Europa bereits gefährdeten vorhandenen Mittelstand aufzubauen.

Unabdingbar gilt aber auch für diese Schwellenländer, dass mit Erhöhung der Lebensqualität der Bevölkerung auch eine Erhöhung des sozialen Standards einhergeht, was sich mittel- bis langfristig wieder auf die Kostenstruktur auswirken wird.

Auch hier stellt die zunehmende Verfügbarkeit neuer Technologien einen wesentlichen Beschleunigungseffekt des Aufstiegs der Schwellenländer zu Industrieländern dar, insbesondere dann, wenn die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen eine solche Entwicklung fördern

Änderung 3 – das globale Konsum- und Kaufverhalten

Der Konsument hat sich bereits seit vielen Jahren als Nutzer eines globalen Produkt- und Dienstleistungsangebotes entwickelt. Die Herkunft der von ihm gekauften Güter ist für ihn weitgehend uninteressant. Er bewertet fast ausschließlich das Angebot bzw. das Preis-/Leistungsverhältnis.

Erst langsam entstehen Gegenbewegungen, ausgelöst dadurch, dass aus Schwellen- und Entwicklungsländern importierte Güter oft niedrigere Qualitätsstandards haben und dadurch preiswerter sind, weil sie auf einem ethisch nicht akzeptablen Lohnkostenniveau hergestellt werden.

Dies bedeutet, dass sich wieder Qualitätskriterien bei der Kaufentscheidung durchsetzen werden. Insbesondere wird dies Produkte und Dienstleistungen betreffen, wo ein direkter Bezug zu Service- und Dienstleistung „rund um die Uhr“ und prompt erforderlich ist.

 

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