Wintersporttourismus – eine fraktale Bewertung – 5

Teil 5: Ein wirklich „interessanter“ Lösungsansatz

Die nachfolgende Skizzierung dieses Lösungsansatzes entbehrt natürlich nicht eines gewissen kabarettistischen Charakters, wird aber von sogenannten „Wissenschaftlern“ bereits diskutiert:

Helmut Detter

Helmut Detter

Ausgehend von dem physikalisch nachgewiesenen Phänomen, dass weiße Flächen mehr Sonnenlicht und damit Wärme reflektieren als schwarze, wurde von einigen Meteorologen dieses Phänomen dazu verwendet Überlegungen anzustellen, ganz Tirol in eine weiße Landschaft (beginnend mit Oktober und endend mit April) zu verwandeln.

Hier könnte theoretisch die Annahme getroffen werden, dass es mit einer permanenten Schneedecke in alpinen Tälern durchaus zu einem Kleinklima kommen könnte, das den grenzüberschreitenden großen Klimaschwankungen entsprechend entgegenwirkt.

Durch großflächige und technisch durchaus mögliche Neuentwicklungen von Schneitechnologien könnten diese auch medial höchst wirksam über Wäldern, Berghängen und Städten eingesetzt werden.

Durch großflächige Nutzung von Wärmepumpeneffekten könnten beispielsweise kritische Hänge gekühlt werden, wobei die technische Verrohrung von Berghangpisten bereits Standard ist. In Verbindung mit dem weiteren Ausbau von Speicherseen und der kompletten Rückgewinnung des vollen Schneevolumens der weißen Landschaft ab April wäre auch die Möglichkeit von Energierückgewinnung möglich.

Selbstverständlich kann vorausgesetzt werden, dass es auch in den nächsten 30 Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit noch schneit, dieser Schneefall aber vielleicht einer Planbarkeit nicht mehr zugänglich ist und im Mengen/Zeitverhältnis extrem unterschiedlich ausfällt.

Es wäre durchaus sinnvoll, hier eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Insbesondere sollte nichts unversucht bleiben, dem Klimawandel und dem damit verbundenen geringeren Wachstum des Wintersporttourismus Paroli zu bieten.

Fazit

In Kenntnis der Szene bin ich extrem optimistisch, dass die handelnden Akteure durchaus ein so hohes Innovationspotential besitzen, dass sie möglichen Gefahren des Verlusts des weiterhin exponentiellen Wachstums des Wintersports Einhalt gebieten können.

Das von der Tiroler Landesregierung gegründete Schneizentrum Tirol, das nunmehr eingebettet in allen Tiroler Bildungs-, Service- und Dienstleistungsbereichen weiterentwickelt werden soll, wäre beispielsweise eines dieser Instrumente, die für Zukunftsfragen des Wintersporttourismus einbezogen und genutzt werden könnten.

 

 

 

Die gesamte Analyse gibt es hier auch als pdf zum Download.

GEFA – Denkmuster sprengen, fraktal denken!

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  1. Michael Rothleitner sagt:

    Und wieder: wenn alles nur so einfach wäre. Eine aktuelle Studie des Joanneum / Graz bescheinigt der Beschneiung einen positiven Klimaeffekt.(Die Studie ist auf dessen Homepage veröffentlicht) Diese Studie ist schon am Tag ihrer Veröffentlichung in das Kreuzfeuer von Forschern der Universität Innsbruck geraten – vorerst zumindest aber wegen der Methoden respektive der mangelnden Nachvollziehbarkeit der angewandten Methoden. Vereinfacht kommt die Studie zum Ergebnis, dass die für die Beschneiung aufgewandte Energie geringer sei, als jene (Sonneneinstrahlung), die von den dadurch erzeugten (schnee-) weißen Flächen reflektiert wird (Albedo).
    Daraus entwickelte sich eine sehr spannende Diskussion, die bei all den Weiß-Macher-Ideen zu berücksichtigen sein wird. Übrigens ist die Idee zur Eindämmung des Klimawandels durch Beschneiung von weiten Tundraflächen nicht mehr neu. Wir werden nämlich die Frage nach den „Systemgrenzen“ einer Betrachtung/Machbarkeitsstudie beantworten müssen und das scheint derzeit nicht in Sichtweite. Für die Fragen des Klimawandels wird wohl der Rand der Atmosphäre rund um die Erde als Systemgrenze anzunehmen sein. Dann ergeben sich aber so problematische Fragen wie zB: angenommen wir verwenden für die Beschneiung großer Flächen in den Alpen – um das genannte Beispiel aufzugreifen – ausschließlich Ökostrom, dann wäre, ohne nun auch noch die wahrscheinlich aber gebotene Einbeziehung der Herstellung einer solchen Anlage, die Produktion des Schnees klimaneutral. Weltweit liegt bei aller Definitionsunschärfe der Anteil von Ökostrom bei rund 20% (Wasser, Wind, Solar, Biogas), was aber auch bedeutet, wenn wir wesentliche Teile dieser Energie für Erdabkühlungsmaßnahmen verwenden, dann entsteht weiterer, wahrscheinlich aber wieder erderwärmender Energiebedarf.
    Das System „Beschneiung“ wird daher in seinen engen Grenzen tatsächlich kühlen, ob das allerdings in den weiten Systemgrenze der Erde von Bedeutung ist oder unter Berücksichtigung der gesamten Herstellungskette überhaupt haltbar bliebe wird wohl eher zu Denk- und Umsetzungsansätzen führen müssen, die nicht der Beschneiungstechnologie die Verantwortung zur Weltrettung umhängen.