Informationsgesellschaft und Zukunft der Arbeit 2

 

Zukunft der Arbeit im Spannungsdreieck

Wohlstandsgesellschaft im Spannungsdreieck

Das Spannungsdreieck unserer Wohlstandsgesellschaft

 

Unser Kreis zu Zukunft der Arbeit schließt sich: Nach dem „Weg in die Wissensgesellschaft“ (Teil 1 und Teil 2) und unseren Ausführungen zu den „Wanderbewegungen des Arbeitskräftepotentials“ (Teil 1, Teil 2, Teil 3) haben wir uns mit großen Trends, dem „Wandel der Arbeitswelt“ (Teil 1, Teil 2) und dem Einfluss bzw. den Auswirkungen der Informationsgesellschaft beschäftigt.

 

Welche Maßnahmen sichern die Zukunft der Arbeit?

Es ist unübersehbar, dass  in der klassischen Job Economy – ausgelöst durch die Globalisierung  und vor allem ihrer Verlierer – ein Rückzug der Politik auf nationale Politikstrategien im Gange ist. Dies zeigt sich aktuell innerhalb der EU durch das Aufleben von nationalistischen Gruppierungen und Parteien. Eine verbeamtete und weitgehend handlungsunfähige EU Kommission steht dieser Entwicklung scheinbar hilflos gegenüber.

Maßnahmen, die auf einen Rückzug in Richtung nationale Abschottung abzielen, können nicht zum Erhalt des bisher erreichten Wohlstandes oder gar zu seiner Weiterentwicklung führen. Es braucht vielmehr staatsübergreifende Maßnahmen. Die nachfolgende taxative Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit sondern ist als Diskussionsbeitrag zu betrachten.

Maßnahme 1: Rückweg in die Realwirtschaft

Die auf eine rasche Vermögensmaximierung ausgerichteten Instrumente und Strategien der Finanzwirtschaft müssen (wieder) den Gesetzen  der Realwirtschaft entsprechen. Es braucht eine Abwendung von jener Form der Kreditwirtschaft, wie sie Frau Lagarde und ihre Bankpartner forcieren: hier werden gering verzinste Darlehen an Banken mit überhöhten Zinsen an Unternehmen weitergegeben: Diese leiden bzw. sterben mangels eines damit verbundenen „hypertrophen“ Wachstums an Überschuldung.

Maßnahme 2: Aufhebung der Trennung von Produktionsstandort und Käufermarkt

Ungleiche soziale Standards und vor allem niedrige Lohnkosten in Entwicklungs- und Schwellenländern haben seit Mitte der 1970er Jahre zunehmend dazu geführt, dass meist große und multinationale Konzerne in gewissen Zyklen ihre Produktionsstandorte in andere Länder verlagern. Dies bedeutet, dass solche Verlagerungen zu einem Kaufkraftschwund führen, da in aller Regel am neuen Produktionsstandort selten eine gleichwertig abschöpfbare Kaufkraft besteht.

Maßnahme 3: Gewinnabschöpfung im Wertschöpfungsbereich der drei Wirtschaftssektoren (Verteilungsgerechtigkeit)

Unternehmen investieren dann, wenn sich die Investition lohnt und mehr Gewinn erwartet werden kann. Es ist daher anzunehmen, dass bisher alle Investitionen in die Prozessinnovation und Automatisation auf Basis refinanzierbarer investierter Investitionsmittel erfolgt ist.

Fallen bei solchen Prozessen nun in zunehmender Form Arbeitskräfte weg, ist ebenfalls anzunehmen, dass Gewinne im Unternehmen entstehen. Eine „mannlose Fabrik“ hat somit keine Kosten, die an Personen gebunden sind, wie Sozialversicherung, Lohnnebenkosten, Gehälter, gesetzlich vorgeschriebene Sozialeinrichtungen u. v. m. Mit verstärktem Einsatz von Automaten, lernenden Maschinen, Robotern vor allem im Produktionsbereich usw. werden alle Produkte nach dem Gesetz der Massenfertigung automatisch billiger.

Dieser Effekt ist bereits jetzt indirekt auch dadurch nachzuweisen, dass die Gewinnausschüttungen der Unternehmungen steigen und somit die Ungleichverteilung des Kapitals in exponentieller Form zunimmt (siehe dazu die GEFA Gnome zur Vermögensbesteuerung).

Hier abschöpfbare Unternehmensgewinne könnten ohne Gefährdung der Lebensfähigkeit dieser Unternehmen dazu genutzt werden, um bspw. zur Sicherung des Sozialstandards Dienstleistungsberufe zu entwickeln und auszubauen, wo es entsprechende Nachfrage gibt.

Maßnahme 4: Objektivierung der Wettbewerbsbedingungen

Maßnahmen jeglicher Art ergeben nur dann Sinn, wenn es Ziel ist, im Bereich der frei zugänglichen Märkte vergleichbare nationale Sozialstandards einzufordern. Nur dann wird es möglich sein, durchaus sinnvollen Wettbewerb auf der Ebene der Chancengleichheit aufzubauen

Maßnahme 5: Steuergerechtigkeit und Schließen von Steueroasen

Es ist durchaus interessant, dass ein Erfinder von Steueroasen, Jean-Claude Junker, heute Präsident der EU Kommission ist. Seine Erfahrung könnte durchaus genutzt werden, wie man mit diesem Problem fertig wird.

Es muss wieder sichergestellt werden, dass Unternehmen dort Steuer zahlen, wo ihre Produktionsstandorte stehen und / oder sich ihre Zielmarktbereiche befinden.

Formal gegründete „Briefkastenfirmen“ in Steueroasen nehmen für sich den Freibrief in Anspruch, dort im Bereich von 0,5 bis 1% ihre Steuerleistung abzuführen. Hier ist die Frage zu klären, ob  dies legal ist – ethisch verantwortbar ist es jedenfalls nicht.

Denn nimmt durch diesen fortschreitenden Verlust an Einnahmen die Kaufkraft ab, werden Unternehmensgewinne weiter in Steueroasen besteuert, wie wird dann zukünftig der Staat seinen öffentlichen Auftrag finanzieren können?

 

GEFA – Denkmuster sprengen, fraktal denken!

www.facebook.com/Fraktalanalyse

 

< zurück >