Ideentrichter für Gemeinden und Regionen – Teil 2

Ideentrichter, umgelegt auf Gemeinden und Regionen

Im letzten Beitrag haben wir Überlegungen präsentiert, wie das Ideentrichter-Modell auf Erneuerungsprozesse in Gemeinden und Regionen übertragen werden kann. Dabei haben wir auf die Transfer-Problematik hingewiesen und auf die Notwendigkeit, das Modell in Bezug auf Gemeinden und Regionen adaptiv zu entwickeln. Das Bild zeigt erneut den erforderlichen Knowhow-Transfer bei der Übertragung des Modells von Unternehmen auf Gemeinden und Regionen.

 

Risikofaktoren bei der Übertragung des Ideentrichters

Risikofaktor 1: Finanzvolumen

Mit der Findung einer oder mehrerer Ideen im Erneuerungsprozess einer Gemeinde oder einer Region sind in der Regel erst die ersten 2-5% der Umsetzung und Realisierung beschritten. Meist ist es jedoch so, dass diejenigen, die eine Idee haben, über keine Finanzmittel verfügen, und diejenigen, die Geld und keine Ideen haben, in dieser ersten Phase mit einer Ideenbeschreibung nichts anfangen können. Dies insbesondere dadurch, dass zu diesem Zeitpunkt noch keine Aussagen über die Umsetzung vorliegen (können) und somit das Risiko, sich an einer Idee zu beteiligen, aus klassischer Investorensicht uninteressant ist.

Der Ideenfinder ist daher gezwungen, hohe Eigenleistungen zur Konkretisierung einer Idee für Gemeinde oder Region einzusetzen. Meistens fehlt ihm das Methodengerüst, und sehr oft auch der Zugang zu themenspezifischen Experten. Sein Vorteil heute ist es, dass er sich sehr rasch über den Innovationsgrad seiner Idee informieren kann, was jedoch nur dann gelingt, wenn diese Person fachspezifisches Wissen im Themengebiet seiner Idee hat. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Großkonzerne, Investoren (erst) dann beginnen Interesse zu bekunden, wenn Informationen über die Umsetzbarkeit dieser Idee in relativer Genauigkeit vorliegen. Dies wird im Übrigen auch häufig im Zusammenhang mit Förderprogrammen kritisiert: Die Unterlagen, die eingereicht werden müssen, sollen derart detailliert sein, dass der Ideenträger weit vorausplanen und vorausdenken muss, ohne dafür entsprechende Unterstützung zu bekommen.

In der Praxis zeigt sich, dass die Wahrscheinlichkeit, bereits in der ersten Bewertungsphase von eingebrachten Ideen ein umsetzbares Projekt zu finden, extrem niedrig ist und sehr wesentlich von der Anzahl der vorliegenden Ideen abhängig ist. Hier gilt der im Unternehmen nachgewiesene Faktor 100 : 10 : 1 (unter 1oo eingebrachten Ideen finden sich 10 Top-Ideen von denen wiederum nur 1 zur Umsetzung gelangt). Weiters muss im Zusammenhang mit Gemeinden und Regionen festgestellt werden, dass für die weiterführenden Bewertungsschritte nach dem Top-Ten-Prinzip oder durch Auswahl einer einzigen Idee kaum die erforderlichen Finanzierungsmittel zur Verfügung stehen.

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