Fraktal zum Humankapital

Fraktal Humankapital

Das Fraktal zum Human-Kapital, aufgelöst in der ersten Strukturkreisebene, (c) GEFA

Das Fraktal zum Human-Kapital, aufgelöst in der ersten Strukturkreisebene, (c) GEFA

Zur Abrundung unserer Ausführungen zu den Wanderbewegungen des Arbeitskräftepotenzials (hier zum Nachlesen Teil 1, Teil 2, Teil 3), dem Wandel in der Arbeitswelt (hier zum Nachlesen Teil 1 und Teil 2) sowie zur Informationsgesellschaft (Teil 1 und Teil 2) möchten wir heute im Detail das Fraktal zum Humankapital vorstellen und dabei den Versuch einer Quantifizierung unternehmen:

Dabei wurde im Wesentlichen auf eine Publikation des Österreichischen Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums in Zusammenarbeit mit und gefördert vom BM für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, von der Kammer für Arbeiter und Angestellte in Wien sowie der Gewerkschaft der Privatangestellten zurückgegriffen. Die dort verwendeten Zahlen betreffen zwar das Jahr 2012, sind auf Grund ihrer besonderen Aufschlüsselung aber für die Zwecke der Zuordnung zum Fraktal geeignet.

Das Fraktal ist daher auch nicht als vollständig oder gar apodiktisch zu sehen sondern zeigt große Trends und Verteilungen auf.

Das fraktale Bild wurde nach der  MEFRA (Methode der fraktalen Auflösung komplexer vernetzter Strukturen) erstellt und von GEFA (Gesellschaft für Fraktalanalyse) ausgearbeitet.

Fraktal Humankapital – die klassische Job Economy

Wie im Bild dargestellt, werden in unterschiedlichen Strukturkreisebenen die entsprechenden Tätigkeiten zugeordnet und bis in die dritte Strukturkreisebene detailliert. Zunächst widmen wir uns der klassischen Job Economy:

Teilfraktal "klassische Job-Economy", aufgelöst in drei Strukturkreisebenen, (c) GEFA

Teilfraktal „klassische Job-Economy“, aufgelöst in drei Strukturkreisebenen, (c) GEFA

Humankapital: Hauptparameter 1.1 (klassische Job Economy)

Mit klassischen Angestellten-/Arbeiterlohnverhältnissen finden sich hier in etwa 3,6 Mio. Beschäftigte. Diese gliedern sich in die Teilbereiche Vollzeitjobs 2,7 Mio., Teilzeitjobs 0,8 Mio. und Verleihfirmen 0,1 Mio.

Hauptparameter 1.2.1 Vollzeitjobs

Dieser Bereich setzt sich aus etwa 1,6 Mio. Angestellten, 0,9 Mio. Arbeitern und 0,2 Mio. „Pragmatisierten“ (d.h. klassischen Beamten sowie Vertragsbediensteten) zusammen.

Hauptparameter 1.2.2 Teilzeitjobs (0,8 Mio.)

Die Teilzeitjobs können in der nächsten zweiten Strukturkreisebene untergliedert werden nach halbtägigen, geringfügigen und saisonalen Beschäftigungsverhältnissen. Interne Korrelationsanalysen zeigen einen höheren Anteil von Frauen, gleichzeitig auch eine unterschiedliche Entlohnung von Männern und Frauen bei gleicher Tätigkeit. Ein weiterer kritischer Faktor ist hier im Bereich der befristeten und unbefristeten Dienstverhältnisse gegeben.

Hauptparameter 1.2.3 Verleihfirmen (0,1 Mio.)

Eine Analyse der Entwicklung der Verleihfirmen zeigt, die diese sich etwa in drei Bereiche gliedern:

Bereich 1: allgemeine Dienstleistungen

Bereich 2: neue Qualifikationen

Bereich 3: Hightech-Spezialistenpool

 

Fraktal Humankapital – selbstständige Tätigkeiten

Teilfraktal "Selbstständige", aufgelöst in drei Strukturkreisebenen, (c) GEFA

Teilfraktal „Selbstständige“, aufgelöst in drei Strukturkreisebenen, (c) GEFA

Hauptparameter 1.2 selbstständige Tätigkeiten (ca. 0,5 Mio.)

Hierunter fallen alle auf Erwerb ausgerichteten Tätigkeitsprofile, die nicht im Teilfraktal der klassischen Job Economy enthalten sind. Kennzeichen dieser „selbstständigen Tätigkeiten“ ist die eigenständige Planung von Einnahmen und Ausgaben – egal, ob bei klassischen Unternehmen oder bei Einzelkämpfern. Hier steht die eigenverantwortliche unternehmerische Tätigkeit  zur Sicherung und Erhalt des angestrebten Lebensstandards im Vordergrund.

Dieser Bereich wird vermutlich stärker wachsen als in der Vergangenheit. Dies auch deshalb, weil er letztlich das Auffangbecken für aus der klassischen Job Economy herausfallenden Tätigkeitsprofilen darstellt.

In einer weiteren feineren Strukturierung (dritte Strukturkreisebene) zeigt sich folgendes Bild:

Hauptparameter 1.2.1  klassische Unternehmen

Hierunter fallen insbesondere die EPUs (0,3 Mio.), weiters Start-up` s und letztlich freie Selbständige (ca. 0,05 Mio.)

Hauptparameter 1.2.2 – Werkverträge

Werkverträge zur risikominimierten Nutzung von Qualifikationen für Unternehmen sind heute in den nachfolgenden Varianten zu finden:

  • Spezialisierung

Hierunter sind geplante Berufseinstiege von Personen zu verstehen, die Hochschul- oder Universitäts-Absolventen sind und diese Werkverträge nutzen, um später ein Dienstverhältnis zu generieren.

  • zeitweiser Bedarf

Hier sind Personen mit nachgefragten Qualifikationen zu finden, die nur zeitweise  arbeitsaktiv werden wollen bzw. können.

  • Berufseinstieg

Dies betrifft Absolventen der sekundären und tertiären Bildungsstufen und stellt eine neue Entwicklung des Berufseinstiegs dar. Werkverträge ersetzen teilweise den bei früheren Anstellungen üblichen Probemonat.

Hauptparamter 1.2.3 – Low Level Jobs

Hier zeigt sich eine „amerikanische“ Entwicklung in die Richtung, dass Personen 2-3 Jobs im Sinne von Werkverträgen annehmen, um das notwendige Einkommen zu generieren. Tätigkeiten dieser Art finden sich weitgehend im Low Level Bereich, wo früher nicht qualifizierte Arbeitnehmer angestellt wurden.

In  aller Regel handelt es sich hier um Hilfsarbeiterdienste oder Tätigkeiten ohne spezielles Knowhow mit extrem kurzer Anlernzeit.

Interessant ist die Tatsache, dass  hierunter auch Auftragstätigkeiten im digitalen Bereich fallen. Großkonzerne vergeben in kleine Teilbereiche zerlegte Aufgabenstellungen über Computerinformation an die „Schnellstbietenden“.

Bezogen auf die zukünftige Entwicklung der Job Economy sind hier auch Tätigkeiten zu finden, wo sich die Entwicklung bzw. der Einsatz von Robotern nicht lohnt.

 

Fortsetzung folgt…

GEFA – Denkmuster sprengen, fraktal denken!

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