Der Weg in die Wissensgesellschaft, Teil 2

Der Weg in die Wissensgesellschaft, (c) GEFA

Der Weg in die Wissensgesellschaft, (c) GEFA

Fortsetzung von Teil 1 des Wegs in die Wissensgesellschaft

 

Industrie 4.0 – alter Wein in neuen Schläuchen?

Der Begriff Industrie 4.0 geistert seit geraumer Zeit durch Politik und Medien, eigene Vereine werden zu diesem Thema aktiv. Dabei ist die damit umschriebene Entwicklung, nämlich

  • die rasante Durchdringung aller Wirtschaftssektoren durch Automation vieler Abläufe

bereits seit Jahrzehnten im Gange. Bereits in den frühen 1980er Jahren haben Experten darauf hingewiesen, dass sich durch diese Automation Art und Inhalt der zukünftigen Gestaltung der Arbeitswelt dramatisch verändern werden.

Heute setzt sich dieser Automatisierungsprozess insofern fort, als bereits wissenschaftliche Aktivitäten laufen, Denk- und Entscheidungsmuster des homo sapiens durch Analyse der neuronalen Netzwerke zu erfassen und in Hochleistungscomputern abzubilden. In Verbindung mit der Entwicklung bspw. des „Tissue Engineering“ kann erwartet werden, dass in absehbarer Zeit Roboter zur Verfügung stehen werden, die die menschliche Arbeitskraft auch in jenen Bereichen ersetzen werden können, wo Denkleistungen verlangt werden (künstliche Intelligenz, u.v.m.). Der Robotereinsatz im Produktionsbereich und in Sonderbereichen (z.B. Minensuche, Operationstechnik, Sicherheitsbereich) ist schon längst „State of the Art“. Eine Durchdringung in vielen Sektoren des Dienstleistungsbereichs (Bankdienste, potentielle Verwaltungsaufgaben, Zustelldienste, allgemeine Serviceinformationen usw.) ist lediglich eine Frage der Zeit.

 

Der Wettlauf zwischen dem homo sapiens und dem Roboter hat längst begonnen

Der Roboter kann sich zum Gehilfen und Partner entwickeln. Er kann aber auch der menschlichen Kontrolle entgleiten. Geschieht dies, wird er wohl als erster den homo sapiens abschaffen. Dieser führt Kriege, beschäftigt die Umwelt und gebärdet sich als Unterdrücker. Er kann aber auch als Instrument der Unterdrückung benutzt werden (siehe dazu das Buch Fahrenheit 451).

Was sind die Folgen dieser Entwicklung in Bezug auf Konkurrenzfähigkeit und Arbeitswelt?

Seit Beginn der 1980er Jahre (siehe Alpbacher Wirtschaftsgespräche) hat sich die Annahme verfestigt, dass sich erst bei einem BIP-Wachstum mehr als 2 – 2,5 % auch die Zahl der Arbeitsplätze erhöht. Diese sehr grobe Annahme – basierend auf der BIP-Kennzahl – wird zwar  zunehmend von vielen Ökonomen angezweifelt, aber in entwickelten Industriestaaten nach wie vor als Parameter gesehen.

Seit Ende der 1990er Jahre ist ein massiver Strukturwandel im Gange, der sich praktisch in allen Wirtschaftssektoren in Richtung des zunehmenden Ersatzes der menschlichen Arbeitskraft niederschlägt. Dazu schwächelt auch das Wirtschaftswachstum nachhaltig in Bereichen zwischen 0,5% – 1%.

Es ist daher äußerst unwahrscheinlich, dass durch Nutzung neuer Technologien,  die – wie dies in Vergangenheit der Fall war – Arbeitsplätze in der klassischen Job Economy kompensieren, in anderen Bereichen neue Arbeitsplätze geschaffen werden können.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass das Arbeitszeitvolumen in den letzten 10 Jahren in etwa gleich blieb, sich jedoch dieses Volumen (das Ausdruck eines Bedarfs an Arbeit ist) offenbar zunehmend auf eine größere Zahl von Arbeitskräften verlagert hat (Teilzeit, geringfügig, saisonal). Weiters bemerkenswert ist die Zunahme von Selbstständigen, insbesondere im EPU-Sektor, sowie der sonstigen Selbstständigen und der steigenden Zahl an Werkvertragsnehmern. Hinzu kommt ein diesen Wandel begleitendes Lohndumping bei gleicher Leistungserbringung.

 

GEFA – Denkmuster sprengen, fraktal denken!

www.facebook.com/Fraktalanalyse

< zurück >