Alte Industriestandorte neu gedacht – 4

Unsere fraktalen Analysen beinhalten alte Industriestandorte, die sich neu denken und positionieren müssen, wenn sie nicht von der Entwicklung überholt werden wollen. Ein solches Beispiel ist die Stadt Wiener Neustadt im niederösterreichischen Industrieviertel. Teil 1 unserer Analyse lesen Sie hier, Teil 2 hier. Teil 3 hier.

Alte Industriestandorte – warum besteht Handlungsbedarf?

In einem weiteren Entwicklungsschritt gilt es nunmehr, die 1995 eingeschlagene Politik der Stadt Wiener Neustadt mit den – in Ergänzung zu den Bundesmitteln – zur Verfügung gestellten Landesmitteln im Bereich der Forschung und Bildung unter Beachtung der globalen Einflüsse und insbesondere unter dem Gesichtspunkt industriell-gewerblicher zukünftiger Erfordernisse inklusive des Dienstleistungssektors einer weiterführenden strategischen Planung zu unterziehen.

Hier ist es von besonderem Interesse festzustellen, dass das Land Niederösterreich sein strategisches Konzept (gültig bis 2020) derzeit aktiviert und für eine nächste Periode neu strukturiert zusammenstellt. Es kann durchaus angenommen werden, dass bei zielorientierter und entsprechender Einbindung von themenspezifischen Experten Aufgaben und Zieldefinitionen festgelegt werden, die insbesondere auch im regionalen Bereich genutzt werden können.

Die sich in vollem Gange befindlichen Änderungen der Arbeitswelt, in vielen Tätigkeitsbereichen mit neuen Qualifikationsanforderungen, sind eingebettet in drei Megatrends, die in Bezug auf ihre Wirksamkeit auf den Standort analysiert werden müssen, um insbesondere den Teilbereich „Zukunft der Arbeit“ gesamtheitlich bewerten zu können.

Megatrend 1: Der Weg in die Wissensgesellschaft

Wird die Menschheitsgeschichte im Rahmen einer 24-Stunden-Uhr abgebildet (nach Stephen Hawking), so ist festzustellen, dass in den letzten Minuten seit dem Dasein des Homo Sapiens eine nahezu explosionsartiger und exponentiell verlaufender Erkenntniszuwachs in allen Lebensbereichen eingetreten ist. Verglichen mit dem vorangegangenen Umfang des Erkenntniszuwachses auf lange Evolutionsperioden ist zu befürchten, dass hier für viele Menschen das Verstehen und Nutzen dieses Erkenntniszuwachses nicht mehr zugänglich ist.

Megatrend 2: Grenzen des Wachstums

Dass mit Sicherheit und wissenschaftlich nachweisbar die Ressourcen des Sonnensystems und somit auch der Erde limitiert sind, müsste zwar seit 1978 (Club of Rome) bekannt sein, ist aber offenbar bis in Politik und Wirtschaft nicht durchgedrungen. Wachstum heißt somit nichts anderes als dass es in allen Lebensbereichen auf Kosten eines anderen geht und es somit immer Gewinner und Verlierer geben muss. Es ist ein völlig falscher Ansatz, dass man sich mit der Nutzung neuer Technologien über diese Wachstumsgrenzen hinwegsetzen kann, insbesondere dann, wenn es sich in den meisten Wachstums-Strategien um exponentielles Wachstum handelt, das aus mathematisch-wissenschaftlicher Sicht den nachfolgenden Crash implizit enthält.

Megatrend 3: Die Globalisierung

Die Globalisierung ist de facto vollzogen, was insbesondere durch die vielfältige Nutzung von Informationstechnologien sowie Transportmitteln für Personen und Güter zu einer komplexen Vernetzung in vielen Lebensbereichen geführt hat.

Hier ist insbesondere auch zu beachten, dass sich zur Erzielung einer notwendigen kritischen Größe Wirtschaftsblöcke gebildet haben, die wichtige Voraussetzungen für die Bündelung von Ressourcen ermöglichen und über einen entsprechend großen Heimmarkt verfügen. Bezogen auf Technologieverfügbarkeit, Rohstoffverfügbarkeit und Human Resources wird es hier mit hoher Wahrscheinlichkeit fünf Hauptmachtzentren geben:

China, USA, Europa, Russland und Indien. Gleichzeitig jedoch wird es hier zu einer Reaktivierung wirtschaftlich weitgehend autonomer Regionen kommen, die vielfach jedoch nicht mehr den derzeit klassischen Landesgrenzen zuordenbar sein werden.

KMUEine Vielzahl von Studien weist bereits Anfang 2000 nach, dass sich die industrielle Welt auf einen dynamischen Prozess eines Paradigmenwechsels einstellen muss.

Eine bisher nicht widerlegte Studie von vielen im wichtigen Bereich der Entwicklung von KMU` s ist im Bild dargestellt. Sie zeigt in eindrucksvoller Form, dass der bereits voll angelaufene Paradigmenwechsel die wichtigsten Faktoren als Auslöser wie

  • Technologieexplosion
  • Globalisierungseffekte
  • Begrenztheit der Ressourcen

exakt erfasst – mit daraus resultierenden Konsequenzen auch außerhalb der wertschöpfenden Wirtschaftssektoren, nämlich in Forschungs-, Wirtschafts-, Sozial-und Finanzpolitik.

 

GEFA – Denkmuster sprengen, fraktal denken!

www.facebook.com/Fraktalanalyse

 

< zurück >